Es sind viele Arbeitsschritte nötig, um aus einem Baum ofenfertiges Brennholz zu erhalten.

Dabei sei gesagt, dass hochwertige Qualitätsbäume normalerweise nicht als Energieholz verwendet werden. Sie werden zu Furnier, Parkett, Möbel, Bauholz ect. weiterverarbeitet. So kann ein Stamm eines grossen Baumes in der entsprechenden Qualität durchaus auch mal mehrere Tausend Franken einbringen. Tiefere Qualität, landet im Brennholz, das läuft dann folgendermassen:

Zuerst muss mal ein Baum bestimmt sein, welcher gefällt werden soll. In der Regel bestimmt der Förster zusammen mit dem Waldbesitzer, wie vorgegangen wird. Es gibt verschiedene Gründe, weshalb ein Baum zur Fällung markiert wird:

  • ist krank
  • bedrängt Zukunftsbäume
  • Wertholz
  • stellt Gefahr dar
  • Artenförderung

Bestimmt  hab ich jetzt noch einige Gründe vergessen. Die markierte Wildkirsche im Bild wurde unter anderem markiert, weil sie in einer zukünftigen Rückegasse steht.

Die Fichte fällt genau dort hin, wo sie sollte.

Bevor der Baum gefällt wird, findet die sogenannte Baumbeurteilung statt. Es geht dabei um Dinge wie Höhe, Zustand, Gefahren, Bauart, Umgebung, Gewichtsverteilung, möglicher Abtransport usw.

Dann wird Fällrichtung, Fällmethode und der sichere Rückzugsort für den Motorsägenbediener bestimmt .

Die Motorsäge ist für die Fällung das wichtigste Teil. Meist sind aber Werkzeuge wie Keile, Fällheber, Seilzug/-winde zur sicheren Fällung ebenso wichtig.


Liegt der Baum mal sicher am Boden, werden die Äste abgesägt und der Stamm abgelängt. Je nach Mechanisierung, können längere Abschnitte transportiert werden, doch bei holzele.ch wurde diese strenge Arbeit bis zur Anschaffung des Kranwagens immer ohne maschinelle Unterstützung ausgeführt. Da ist das Limit jeweils 1m. Diese Rollen werden an einem Ort für den nächsten Arbeitsschritt gesammelt.

Gespalten wird das Holz mit einem Stehendspalter mit 12 Tonnen Spaltdruck. Bislang hat er noch jeden Stamm geschafft. Der Spalter hängt am Traktor und wird mit der Zapfwelle angetrieben. Dank der kleinen Seilwinde, können auch dicke Meterrollen relativ komfortabel direkt unter den Spalter gezogen und aufgestellt werden. Das Holz wird so fein gespalten, dass es schon die Grösse für das Endprodukt hat. Der Vorteil ist, dass es schneller trocknet und nicht nochmals gespalten werden muss. Nachteil ist natürlich, dass es viel länger geht, im Gegensatz zu groben Spälten.

Zur Trocknung wird das Holz im Wald aufgeschichtet. Idealerweise an einem Ort, wo auch Wind hin kommt, was die Trocknung positiv beeinflusst.

Je nach Kundenwunsch wird das Holz mit der Fräse auf die entsprechende Länge gesägt. Die Kappsäge wird über den Hydraulikkreislauf des Traktors angetrieben. Theoretisch könnte man Spalter und Zapfwelle gleichzeitig betreiben und eine kleine Produktionsstrasse einrichten. Doch da ich meist alleine arbeite, bringt das keinen Vorteil.

Das letzte Mal, dass das Holz in die Hand genommen wird: ins Transportgefäss (Big Bag oder Palettengitter) abgepackt oder direkt auf den Transporter für die Auslieferung geschichtet.

Somit wurde jedes Holzscheit mindestens 5x in die Hand genommen, ehe es verkauft wird.

HOLZ GIBT MEHRMALS WARM!

(zumindest dem Produzenten)